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Welches ist das beste Material für Wellensittiche?

Lederseile sind dicker als Kordel und Blumendraht, fransen nicht aus und halten dem Schnabel der Vögel länger stand.

Inzwischen verbringen meine Wellensittiche die meiste Zeit außerhalb der Voliere. Im Wohnzimmer, das ich mit meinen Wellensittichen teile, sind Sitzstangen, Spielzeug und anderes Zubehör verteilt. Da ich nicht unnötig viele Löcher in die Decke bohren will, stellt sich die Frage, wie ich das Zubehör befestige? Edelstahlketten bzw. Gliederketten wären die beste Wahl, aber ich habe mich für kostengünstigere Seile entschieden. Diese bieten den Vorteil, dass die Wellis darauf klettern und herumlaufen können. So trainieren die Wellensittiche auch ihren Gleichgewichtssinn.

Kirby und Joshi sitzen am liebsten auf den Lederseilen und beißen sie zu meinem Leidwesen auch immer wieder durch.

Kranke, geschwächte und gehandicapte Vögel können Sitzplätze und Spielzeug so kletternd erreichen. Das ist wichtig, wenn die Vögel nicht (mehr) so gut fliegen können.

Mein Handicap-Welli hat sich mit Vorliebe an den Seilen, die ich um die Sitzäste befestigt habe festgehalten.

Zuerst habe ich Seile aus Baumwolle und Hanf verwendet, musste jedoch wie viele Wellensittichhalter frustriert feststellen, dass die kleinen Kobolde diese Seile anknabbern, was dazu führt, dass das befestigte Spielzeug zu Boden fällt.

Hanfseile und Kordeln fransen leicht aus und sind meist zu dünn.

Ein weiteres Problem: die dünnen Seile sind auch nicht gut für die Füße der Wellensittiche. Anders als bei den dicken Naturästen können die Wellis die Seile mit ihren Füßen komplett umfassen. So nutzen sich die Krallen nicht optimal ab und die Seile können sich in die Füße der Vögel einschneiden.

Hier seht ihr deutlich wie der Wellensittich das Seil mit seinen Füßen umklammert hält.

Noch problematischer sind nur Hanfseile. Die faserigen und wenig robusten Naturseile reißen schnell und Fäden können von den Wellensittichen verschluckt werden. Im schlimmsten Fall bildet sich ein unverdauliches Knäuel (Bezoar) im Magen der Vögel und stört die Nahrungsaufnahme.

Wellensittiche zupfen gerne an solchen faserigen Seilen, das kann aber zu einem Magenstein führen, der die Verdauung der Vögel stört.

Eine hervorragende Alternative bieten Lederseile, da sie robuster und reißfester sind. Sie werden also nicht so schnell von den gefiederten Nagetieren durchgebissen. Die Seile gibt es in verschiedenen Stärken.

Dieses dickere Lederseil bietet den Vogelfüßen deutlich besseren Halt.

Dickere Baumwollseile gibt es auch. Diese bunten Sitzstangen können am Käfig oder der Voliere angebracht werden. Bei mir hingen die Baumwoll-Sitzstangen als Schaukeln am Fenster. Bis ich sie gegen die selbstgebastelten Korkschaukeln ausgewechselt habe.

Mein Handicap-Wellensittich Maja liebte es in diesen Schaukeln zu sitzen.

Baumwollseile

Nützliche Kletterhilfe für Wellensittich-Senioren und Handicap-Wellensittiche

Mein flugunfähiger Wellensittich Benjamin klettert auf dem Baumwollseil nach oben.

Baumwollseile werden häufig bei Vogelspielzeug eingesetzt. Der Stoff ist flexibel, aber auch robust und schmutzabweisend. Einziger Nachteil: Baumwolle trocknet nach der Reinigung nur langsam. Mit Baumwollsitzstangen lassen sich zahlreiche unterschiedliche Sitzgelegenheiten gestalten. Hier vier Beispiele:

Da die Baumwollseile sehr flexibel sind lassen sie sich vielseitig im Vogelzimmer einsetzen. (Klick für mehr Infos!)


Nicht nur die Baumwollsitzstangen, auch lange Spiralen sind praktisch und dank ihrer Flexibilität ideal, um Brücken zu bauen. Dadurch haben auch flugunfähige oder andere Handicap-Wellensittiche einfachen Zugang zu höheren Sitzplätzen, Futterstellen und Spielzeug.

Lange Baumwollseile lassen sich flexibel biegen. So kommen flugunfähige Wellensittiche auf die Voliere und höher gelegene Sitzäste und Freisitze.

Wir haben diese Spirale ursprünglich für unsere Wellihenne Nina gekauft. Sie konnte wegen ihres hohen Alters – sie ist über 20 Jahre alt geworden – nicht mehr fliegen.

Nina ganz unten auf der Spirale startet den Aufstieg.

Als Wellihahn Mucki, ein weiterer „Fußgänger“, zu uns kam, haben wir eine zweite Spirale angebracht. Dadurch konnte Mucki problemlos vom Boden auf das Seil klettern und in die oder auf die Voliere gelangen.

Mucki hat auch gerne einfach auf der Baumwoll-Spirale gessessen.

Richtig angebracht und mit Seilen und/ oder Naturästen kombiniert kann der flugunfähige Vogel dann (fast) alle Plätze wie Futter- und Schlafstellen erreichen. Auch unsere gesunden Wellensittiche nutzen die Baumwollspiralen gerne als bequeme Abkürzung, wenn sie nicht fliegen möchten.

Je nachdem wie ihr die Baumwollseile einsetzen wollt lassen sie sich flexibel biegen: als Brücke, Spirale oder Schaukel.

Naturbelassenes Leder


Vielseitig einsetzbar für Wellensittich-Spielzeug

Schadstofffreies Leder ist ein vielseitiges und robustes Material: Von kleinen Lederstücken, an denen die Wellensittiche knabbern können, bis hin zu Lederseilen, die sich ideal zum Befestigen von Spielzeug und Sitzstangen eignen. Im Zoohandel gibt es auch schon Lederschaukeln zu kaufen, die aus mehreren Lederseilen geflochten wurden.

Dieses geflochtene Lederseil lässt sich vielseitig einsetzen als Schaukel oder Spielzeug. Zerlegt man die einzelnen Seile kann man damit auch Spielzeug befestigen.

Vorteile von Lederseilen

Leder ist robuster als Kordeln und franst im Gegensatz zu Baumwollseilen nicht aus. So sind Lederseile sicherer und werden von den gefiederten Kobolden nicht so schnell durchgebissen.

Früher habe ich dünne Kordel verwendet, aber die wird von den Wellensittichen in Schallgeschwindigkeit durchgebissen.
Joshi sitzt gern eingequetscht zwischen dem Rollokasten und den Nagerbrücken aus Holz auf dem dünnen Lederseil mit dem ich die Brücken festgemacht habe.

Dünne Lederseile verwende ich vor allem zum Befestigen von Spielzeug und Sitzstangen. Meine Hähne Joshi und Kirby sitzen gerne auf diesen kurzen Stücken zwischen den Holzbrücken. Das ist zwar nicht so gut für ihre Füße, denn die dünnen Seile können zu Druckstellen führen. Aber bei mir haben sie die Wahl.

Extra-Tipp: 

Spielzeug aus dem Zoofachhandel besteht oft aus dickeren Lederseilen. Diese zerlege ich manchmal, da sie robuster sind als dünne Lederseile. Zwar lassen sich die robusten Lederseile schwieriger verknoten, dafür halten sie den Krummschnäbeln besser stand. Anders als Kordeln und Baumwollseile fransen Lederseile nicht aus. Damit besteht keine Gefahr, dass die Vögel Partikel verschlucken und eine Kropfentzündung bekommen.


Mit Lederseilen und Karabinerhaken aus Edelstahl lassen sich Sitzplätze, Extra-Futternäpfe und Spielzeug sicher befestigen.

Karabiner und Lederseile sind bei mir mittlerweile Standard als Befestigung von Sitzstangen und Spielzeug. Sie haben sich als sicher bewährt und weitaus widerstandsfähiger als 'normale' Kordeln.

In drei Schritten zur Leder-Schaukel für Wellis

  1. Statt kleiner Lederstückchen benötigst du feste Lederriemen. Alternativ kannst du Lederstoff kaufen und ihn doppelt schlagen. Daraus nähst du dann zwei bzw. vier einzelne Riemen.
  2. Die Lederriemen sollten so lang sein, dass du daraus – wie auf den Bildern zu sehen – eine großzügige Doppel-Schaukel basteln kannst. Verbinde jeweils zwei Riemen, um eine Schaukel zu formen.
  3. Bohre zum Schluss ein Loch ins Leder, um eine Kordel zum Aufhängen durchzuziehen, oder nutze einen Karabinerhaken.